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Themenschwerpunkte

Fokussierung der Konzeptentwicklung und Forschung auf vier Themenschwerpunkte

Eines der zentralen Arbeitsfelder der zweiten Förderphase von DoProfiL ist das Arbeitsfeld 2 (AF 2). Inhaltlich knüpft die Arbeit in den Themenschwerpunkten an die der 1. Förderphase an. Die ausgewählten Themenschwerpunkte werden in 4 Arbeitsfelder (AF 2.1-2.4) unterteilt.

Das LabprofiL nimmt in den Schwerpunkten des AF 2 eine zentrale Rolle ein. Es können Lehrveranstaltungen für Seminargruppen, aber auch Unterrichtsszenarien mit Schulklassen wie auch mit Kleingruppen durchgeführt werden. Die Art der im LabprofiL gelebten theoriebasierten Praxisbegegnung ist auch in der 2. Förderphase in einem curricularen Querschnittsformat, z.B. die Begleitseminare für das Praxissemester, vorgesehen.

Der Fokus auf Themenschwerpunkte soll nicht nur Forschungsbefunde zu Tage fördern, er soll auch die Entwicklungsarbeit aus Arbeitsfeld 1 anreichern. Zu den vier Themenschwerpunkten werden theoretische und empirisch abgesicherte Konzepte entwickelt. Pro Schwerpunkt wird ein/-e Postdoktorand/-in eingesetzt, der/die neben einem eigenen Forschungsprojekt die wissenschaftlichen Prozesse der Beteiligten begleitet, bündelt und vernetzt. Es finden regelmäßige Treffen statt, in denen die Arbeiten diskutiert und revidiert werden. Die Ergebnisse (u.a. Publikationen) dieser für drei Jahre geplanten Phase werden in der Disseminationsphase in kohärentes Material und Qualifizierungsmaßnahmen überführt.

AF 2.1 Entwicklungs- und Forschungsschwerpunkt I: Adaptive Lernsituationen

AF 2.2 Entwicklungs- und Forschungsschwerpunkt II: Kulturelle Teilhabe

AF 2.3 Entwicklungs- und Forschungsschwerpunkt III: Videobasierte Fallarbeit

AF 2.4 Entwicklungs- und Forschungsschwerpunkt IV: Inklusionsorientierte fachdidaktische Entwicklungsforschung


AF 2.1 Entwicklungs- und Forschungsschwerpunkt I: Adaptive Lernsituationen

Das Arbeitsfeld widmet sich der Entwicklung und Erforschung adaptiver Lernsituationen. Dahinter steht die grundlegende Idee, den Unterricht und damit die Inhalte, Methoden, Medien und Arbeitsweisen den individuellen Potenzialen und Voraussetzungen der Lernenden anzupassen. Um allen Lernenden gerecht zu werden, bietet sich häufig eine Kombination aus proaktiver, präventiver Unterrichtsgestaltung im Klassenunterricht einerseits und Kleingruppen- und Einzelförderung andererseits an.

Hierfür wird maßgeblich das Konzept des Universal Design for Learning (UDL) verwendet, welches darauf abzielt, gemeinsamen Unterricht zu gestalten, der durch unterschiedliche Zugänge zum Lerngegenstand unnötige Barrieren für Schülerinnen und Schüler reduziert und so einen Kompetenzerwerb für alle Lernenden ermöglicht. Eine wichtige Rolle dabei spielt die formative Evaluation durch Verlaufsdiagnostik, welche Schülerinnen und Schüler individuell in den Blick nimmt und Möglichkeiten der Diagnostik und Förderung eröffnet.

In der 1. Förderphase von DoProfiL wurde deutlich, dass das Konzept des UDL einer fachdidaktischen Konkretisierung bedarf, da die Kriterien zwar umfassend und auf allgemeiner Ebene tragfähig sind, aber für das einzelne Fach gegenstandsbezogene Konkretisierungen erfordern. Daran wird in Förderphase 2 gearbeitet. Weiterhin soll eine Übertragung der bislang in ausgewählten Fächern erarbeiteten Ansätze zu adaptiven Lernsituationen auf weitere Fächer erfolgen.

Adaptive Lernsituationen benötigen eine empirische Absicherung, welche qualitative und quantitative Verlaufsmessung erfordert. Dafür kann auf die Dortmunder Onlinetestplattform „Levumi“ zurückgegriffen werden.

In verschiedenen Lehrveranstaltungen an der TU Dortmund werden angehende Lehrkräfte dafür professionalisiert, adaptive Lernsituationen zu planen, im Unterricht einzusetzen und zu reflektieren. Diese Lehrveranstaltungen werden kontinuierlich weiterentwickelt, wobei der Kreis der beteiligten Fächer laufend erweitert wird.

verantwortliche Personen: Prof. Dr. Insa Melle & Dr. Christina Krabbe


AF 2.2 Entwicklungs- und Forschungsschwerpunkt II: Kulturelle Teilhabe

Im Zentrum dieses Themenschwerpunkts stehen die Diversitätsaspekte von Sprache, Kultur und Religion. Die in der ersten Phase von DoProfiL eingenommene Perspektive auf kulturelle Teilhabe soll fortgeführt und intensiviert werden. Die Leitformulierung lautet: „Sharing heritage for a shared future“. Zusammen kommen Fragen, Objekte, Methoden und Forschungsanliegen aus der Kunstgeschichte, den Theologien, der linguistischen Forschung zu Mehrsprachigkeit (Germanistik und Anglistik) sowie Politikwissenschaft und Rehabilitationswissenschaften. Gearbeitet wird an einem Konzept kultureller Mehrsprachigkeit. Dabei steht auch die Rolle von Räumen (seien sie imaginativ, seien sie real und materiell) zur Diskussion; sie lassen sich als mitwirkender Akteur in Lehr-Lernprozessen beschreiben. Gefragt wird daher auch, wie sich welche Räume bewusst aufsuchen lassen.

Es gilt also, alternative Narrationen und Konzepte im unmittelbaren Austausch verschiedener Disziplinen miteinander zu entwickeln – etwa zum Verhältnis von Kulturellem Erbe, politischer Bildung, Mehrsprachigkeit und Religion. In der Zusammenarbeit mit „Adam’s Corner“, einem Bildungsort zur Integration von Geflüchteten, ist ein „Reallabor“ für DoProfiL entstanden, in dem weiterhin experimentiert werden soll. Hierbei spielt die Exploration von außerschulischen Lernorten eine wichtige Rolle. Unterschiedliche Arten von Räumen – Museen, Kirchen und Kirchenschätze, Parks – sollen experimentell und konzeptionell auf ihre Potentiale befragt werden. Die Kooperation mit Kultureinrichtungen findet hier nicht nur statt und wird für die Studierenden eingeübt, sondern sie wird methodisch und konzeptionell reflektiert. Zudem soll Inklusionsorientierung über die notwendige Ebene des jeweiligen Fachunterrichts im Kontext institutioneller Rahmenbedingungen – von der Institution Schule bis hin zu Konventionen des Europarats – thematisiert werden. Dabei gilt es empirisch gestützte Modelle zu entwickeln, wie das Themenfeld hochschuldidaktisch verankert und wie es zum Thema für Unterricht und Schule ausgearbeitet werden kann.

Breiten Raum nimmt die Arbeit an Methoden und Konzepten ein. Dabei sollen Konzepte der verschiedenen Disziplinen – etwa die Objektbiographie aus der Kunstgeschichte, das „translanguaging“ aus der Linguistik, die Gerechtigkeitsdiskurse aus der politischen Philosophie etc. – in Austausch miteinander gebracht werden.

verantwortliche Personen: Prof. Dr. Barbara Welzel & Christopher Kreutchen


AF 2.3 Entwicklungs- und Forschungsschwerpunkt III: Videobasierte Fallarbeit

In der 1. Förderphase des Projekts DoProfiL wurden in unterschiedlichen Projekten erste Erfahrungen in der Entwicklung videobasierter Seminarkonzeptionen im Kontext inklusionsorientierter Lehrer/-innenbildung gesammelt (vgl. Buddeberg et al., 2018), die nun in der 2. Förderphase systematisch vertieft und aufeinander bezogen werden sollen.

Videobasierte Fallarbeit wird als geeignete Methode angesehen, Studierende im Sinne eines Ansatzes der „reflexiven Inklusion“ fallbasiert für Prozesse der Differenzkonstruktion und -bearbeitung zu sensibilisieren. Die bisherigen Beispiele aus den fachdidaktischen Seminaren in DoProfiL zeigen eine Fokussierung auf schulische Unterrichtssituationen, die als typisch für das jeweilige Fach angesehen werden und verorten damit das Thema Differenzkonstruktion bzw. -bearbeitung in fachbezogenen Kontexten. Dies soll in der 2. Förderphase vertieft werden.

Zudem werden videobasierte Verfahren genutzt, um mit Studierenden im Modus des forschenden Lernens Unterricht zu entwickeln. Bisherige Studien zum Einsatz von Videos in der Lehrer/-innenbildung zeigen, dass anhand von Videosequenzen die professionelle Wahrnehmung von Unterricht von Studierenden und ihr Verständnis für Denkprozesse von Schüler/-innen gestärkt werden können. Im Zentrum steht die Entwicklung einer adaptiven Lehrkompetenz, die sich sowohl auf Planungs- als auch auf eine situative Handlungskompetenz bezieht. Ein Schwerpunkt der geplanten Erforschung und Entwicklung videobasierter Formate soll auf die durch Aufgaben ausgelösten Prozesse gelegt werden.

 verantwortliche Personen: Prof. Ulrike Kranefeld & Jan Duve


AF 2.4 Entwicklungs- und Forschungsschwerpunkt IV: Inklusionsorientierte fachdidaktische Entwicklungsforschung

In Förderphase 1 wurde als disziplinverbindender Zugang der Ansatz der fachdidaktischen Entwicklungsforschung gewählt, um auf Unterrichtsebene tragfähige Konzepte für einen inklusiven Unterricht und auf universitärer Ebene Theorien für inklusionsorientierte Lehrerbildung zu entwickeln und zu beforschen (vgl. Hußmann et al., 2018).

Gelenkstellen für eine fundierte Entwicklungsforschung sind tragfähige Designs und Designprinzipien (vgl. Hußmann et al., 2013). In der 1. Förderphase ist es gelungen, für spezifische Diversitätsaspekte (z.B. Mehrsprachigkeit, Hochbegabung, Lernbeeinträchtigung) tragfähige Designs zu entwickeln und Designprinzipien zu formulieren. Diese Arbeiten sollen vertieft und auf andere Diversitätsaspekte erweitert werden, um für unterschiedliche Diversitätsaspekte inklusionsorientierte Designprinzipien zu formulieren und empirisch abzusichern.

Des Weiteren soll der Ansatz der fachdidaktischen Entwicklungsforschung für Inklusionsorientierung weiterentwickelt werden. Ein auf Empirie basiertes Konzept für tragfähige Entwicklungs- und Forschungsprozesse zu entwickeln, welches Standard-Designprinzipien im Spektrum zwischen Unterrichtsforschung und universitärer Lehrveranstaltungsentwicklung formuliert und beforscht, und für einzelne Fachkulturen spezifiziert, ist die dritte Zielstellung. Dazu soll auch das Konzept des LabprofiL weiterentwickelt werden, um Forschungsdesigns zu entwickeln, die Lernprozess- und Wirkungsstudien miteinander verknüpfen. Das LabprofiL stellt in diesem Schwerpunkt einen zentralen Rahmen dar, welcher nicht nur den Raum für Entwicklung und Forschung auf Unterrichts- und Hochschulebene bereitstellt, sondern beide Ebenen konzeptionell miteinander verknüpft.

verantwortliche Personen: Prof. Dr. Stephan Hußmann & Dr. Lara Sprenger