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Technische Universität Dortmund ebnet Schüler/-innen den Weg zu ihrer Schule der Vielfalt

Hochbegabung, Lernbeeinträchtigungen, Migrationserfahrung – Schüler/-innen bringen unterschiedlichste Hintergründe für den Schulbesuch mit und zeigen im Unterricht ganz unterschiedliche Potenziale. Allen Schüler/-innen gemeinsam ist, dass sie den Anspruch haben, nach ihren individuellen Möglichkeiten unterrichtet zu werden. Um Schüler/-innen den Weg an „ihre“ Schule zu ebnen, hat sich an der TU Dortmund das interdisziplinäre Projekt DoProfiL für eine inklusionsorientierte Lehrer/-innenbildung formiert. Kinder sollen auf Lehrer7-innen treffen, die auf ihre Vielfalt vorbereitet sind und sie entsprechend unterrichten.

Das in der Öffentlichkeit breit diskutierte Thema Inklusion wird häufig auf den Bereich Schule reduziert und auf wenige Schlagworte verkürzt. Abschaffung der Förderschulen, fehlende Finanzen, der Zugang beeinträchtigter Kinder zu Regelschulen – all dies sind Verkürzungen, die dem Komplex Inklusion nur unzureichend gerecht werden. Das DoProfiL-Projekt der TU Dortmund widmet sich der Thematik Inklusion umfassender und setzt dabei drei Schwerpunkte:

  • Wie muss der Schulunterricht verändert werden, um Inklusion zu erreichen?
  • Was muss in der Bildung der Lehrer/-innen geändert werden?
  • Wie muss sich die Hochschullehre in der Lehrer/-innenbildung verändern?
     

Struktur der TU Dortmund schafft Chancen

Besondere Chancen für das DoProfiL-Projekt erwachsen aus der spezifischen Struktur der TU Dortmund mit ihrer breiten Lehrer/-innenbildung sowie ihren Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Gesellschafts- und Kulturwissenschaften. In dem Projekt vernetzen sich Fachdidaktik und Hochschuldidaktik, Schulforschung und Rehabilitationswissenschaften. So bringen derzeit rund 50 Fachleute aus so unterschiedlichen Bereichen wie Bildungswissenschaften, Chemie, Germanistik, Kunstgeschichte, Mathematik, Musik, Psychologie, Sachunterricht, Sozialpädagogik, Sports und Theologie ihr Wissen in das Projekt ein. Das  Dortmunder Kompetenzzentrum für Lehrerbildung und Lehr-/Lernforschung (DoKoLL), das Zentrum für HochschulBildung (zhb), DoBuS, der Bereich „Behinderung und Studium“ innerhalb des zhb, sowie das  Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) unterstützen das Projekt mit ihrer Expertise.

In einem ersten Schritt führen die Projektpartner in DoProfiL ihre fachspezifischen Kenntnisse zusammen. Des Weiteren gibt es rund zwanzig Forschungsprojekte zu den drei Schwerpunkten Unterricht, Lehrer/-innenbildung und Hochschullehre, die auf einem breiten Inklusionsverständnis aufbauen. Dabei werden unter anderem Lehrpläne, Methoden, Lehr-/Lernformate, Fachkulturen und vor allem universitäre Strukturen sowie Verknüpfungen zwischen Theorie und Praxis überprüft, modifiziert und neu entwickelt.

 

Neues Lehr-/Lernzentrum wird eingerichtet

Im Frühjahr richtet das DoProfiL-Projekt ein Lehr-/Lernzentrum an der Emil-Figge-Str. 50 ein – eine Art „vernetzten“ Klassenraum, in dem Studierende Unterrichts- und Förderkonzepte in einem geschützten Raum ausprobieren und reflektieren können. Dabei werden technische Möglichkeiten geschaffen, die Lehrsituation extern zu begleiten, beispielsweise von einer Studierendengruppe im Nachbarraum.

Über 50 Wissenschaftler/-innen sind Mitglied der Projektgruppe von DoProfiL, dem „Dortmunder Profil für inklusionsorientierte Lehrer/-innenbildung“. Unter der Leitung von Prof. Stephan Hußmann und Prof. Barbara Welzel ist DoProfiL Teil der bundesweiten „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“, die von Bund und Ländern angestoßen wurde, um die Bildung von Lehrer/-innen gemeinsam zu verbessern. Dabei erreicht die TU Dortmund eine große Zielgruppe: Von den rund 34.200 Studierenden, die an der TU Dortmund eingeschrieben sind,  studieren rund 6.500 oder knapp 20 Prozent Lehramt in 30 Fächern und fünf unterschiedlichen Schulformen, also Grundschulen, Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen, Gymnasien, Berufskollegs und Sonderschulformen. Um eine zukunftsfähige Lehrer/-innenbildung zu etablieren, gilt es, die Herausforderungen einer Schule der Vielfalt im Blick zu haben.

Über die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“

Mit der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ wollen der Bund und die Länder Reformen in der Ausbildung von Lehrer/-innen anstoßen und diese gemeinsam verbessern. Dafür werden bis zum Jahr 2023 insgesamt bis zu 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt (erste Förderphase 2015 bis 2018, zweite Förderphase 2019 bis 2023). Nach den ersten beiden Bewilligungsrunden der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ werden deutschlandweit 49 Projekte gefördert. In Nordrhein-Westfalen wurden in der zweiten Förderrunde neben der TU Dortmund auch die Deutsche Sporthochschule Köln sowie die Universitäten Bielefeld, Duisburg-Essen und Münster als förderungswürdig eingestuft. In der ersten Runde hatten sich aus NRW bereits die RWTH Aachen, die Bergische Universität Wuppertal sowie die Universität zu Köln durchsetzen können. Die nun insgesamt acht NRW-Universitäten erhalten bis 2019 zusätzliche 39 Millionen Euro Fördermittel der Bundesregierung.

(Quelle: TU Dortmund)

Weitere Informationen:

http://www.doprofil.tu-dortmund.de

Ansprechpartnerin für Rückfragen:

Dr. Dorothée Schlebrowski

Dortmunder Kompetenzzentrum für Lehrerbildung und Lehr-/Lernforschung (DoKoLL)

Telefon: 0231 –755 5308

E-Mail: